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| 29. März 2003
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FH Goslar
Im vergangenen Novemer wurde der Umzug des Fachbereichs Recht der FH Braunschweig/ Wolfenbüttel von Wolfenbüttel nach Goslar, der Heimatstadt des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten, stolz verkündet.
Nach dem Regierungswechsel erscheint dies in einem ganz anderen Licht, der Bär (Umzug nach Goslar) wurde wohl doch nicht erlegt, sondern lediglich angeschossen, dies scheint jedoch einige übereifrige Jäger und Sammler nicht zu stören, das Bärenfell schon mal zu verteilen.Kürzlich erreichte alle Studierenden des Fachbereichs Recht (FbR) ein Schreiben eines Hamburger Wohnungsforschungsinstitut, das im Auftrag einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Goslar eine Befragung bezüglich der Wohnraumwünsche der Studierenden durchführte.
Hierzu im Anschluß mehr, vorab einige Fakten aus der aktuellen Landes- insb. der Wissenschaftspolitik.
- Am 22. Februar äußerte sich der neue Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratman in der NWZ zum Fachhochschulstandort Goslar wie folgt: "Auch wir wollen die Fachhochschulen ausbauen, weil die praxis-orientierte Ausbildung Zukunft hat. Wie wir mit dem Standort Goslar verfahren, müssen wir prüfen."
- Am 18. März verhängte die Landesregierung eine Haushaltssperre, von welcher nur die Einstellung von Lehrkräften für die Schulen und Poizeibeamten ausgenommen wurden.
- Am 28. März vermelden die Wolfsburger Nachrichten, dass der weitere Ausbau des Standortes Wolfsburg mit einem Gesamtvolumen von 26,7 Millionen EURO, trotz Vertrages, auf Grund der Finanzsituation des Landes zu scheitern droht.
In diesem Zusammenhang sollte noch einmal eines herausgestellt werden. Die Ansiedlung der Fachhochschule soll in alten Kasernengebäuden außerhalb der Stadt, am Rammelsberg, geschehen. Dementsprechend ist die vorhandene Infrastruktur auszubauen, insbesondere zu modernisieren und um weiteres zu ergänzen. Das dies ein Fass ohne Boden wird, welches mittelfristig mit seinem Kapitalbedarf die Anfangsinvestition übersteigen dürfte, wird jedem der sich in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft auskennt, bekannt sein. An dieser Stelle lediglich zwei entscheidende Punkte:
- Die veraltete Bausubstanz verursacht bei nicht entsprechender Sanierung, insbesondere Wärmedämmung nach heutgen Standards, erhebliche Energiekosten.
- Umfangreiche Umbaumaßnahmen sind erforderlich, es bestehen keine gesicherten Erkentnisse darüber, welche Altlasten sich in den Bauten befinden. Dieses kann die Baumaßnahmen zu einen verzögern und verursacht zum andere zusätzliche Kosten.
Fraglich ist weiterhin, ob ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept für die Immobilie besteht und wenn ja, so ist dieses anscheinend bewußt nicht veröffentlicht. Fraglich ist auch, warum dieses, als 'besonders reizvoll' angepriesene Gelände noch nicht von einem Privatinvestor übernommen wurde, wenn es denn so reizvoll ist, denn Zeit ist bereits genügend verstrichen.
Regionale Politiker vertreten im Übrigen eine ganz eigene Auffassung, sie fordern gar einen Abriss der Gebäude und eine Neuentwicklung der Fläche.
Wenn denn die Finanzlage des Landes derart angespannt ist, dass selbst der Ausbau bestehender, boomender Standorte, wie dem in Wolfsburg mit seinen Schwerpunkten Wirtschaft, Automobil-, sowie Gesundheitswesen in Frage gestellt wird, sollte man sich als Bürger und Steuerzahler dieses Landes in der Tat fragen, ob denn der Aufbau eines weiteren Standortes, wodurch die Fachhochschule zu einerder flächenmäßig größten der Bundesrepublik würde, sinnvoll ist, oder ob nicht eher, wenn überhaupt, in die bereits bestehenden Standorte verstärkt investiert werden sollte.
Weiterhin sollten sich die Bärenjäger aus Goslar fragen, ob sie denn das Bärenfell mit ihrer Befragungsaktion - deren Ergebnis im Grunde bereits durch den fortgeschrittenen Meinungsbildungsprozess der Studierenden feststeht - nicht etwas zu früh verteilt haben. Der Bär ist zwar angeschossen, doch er kann noch laufen und auch seine Krallen zeigen.





